Wenn nachhaltiges Reisen Schule macht
Wie die École Sainte Sophie ihre Schüler für verantwortungsvolles Reisen begeistert
Fünf Tage lang durfte Planet B Travel Workshops zum Thema nachhaltiges Reisen an der École Sainte-Sophie gestalten. Schon nach kurzer Zeit war klar: Daraus wurde weit mehr als eine gewöhnliche Präsentation.
Es ging uns dabei nicht darum, den Kindern zu vermitteln, dass man weniger reisen oder auf das Entdecken der Welt verzichten sollte – ganz im Gegenteil. Wir wollten zeigen, dass nachhaltiges Reisen vor allem aus vielen kleinen Entscheidungen besteht: einen lokalen Guide buchen, ein Souvenir bei einem Kunsthandwerker kaufen, die Menschen vor Ort respektieren, die Natur schützen. Einzeln betrachtet scheinen es Kleinigkeiten zu sein – zusammengenommen machen sie jedoch einen echten Unterschied.
Je nach Altersgruppe wurden die Workshops unterschiedlich gestaltet, damit alle Kinder die Themen auf ihre eigene, greifbare Weise erfassen konnten. Die Jüngeren haben ausprobiert, beobachtet und ihren eigenen „Reisepass des nachhaltigen Reisenden“ gestaltet. Die älteren Schüler haben verschiedene Reiseszenarien untersucht, deren Auswirkungen verglichen und eigenständig nach verantwortungsvolleren Alternativen gesucht.
Besonders eindrücklich war das Experiment zur Meeresverschmutzung: Die Kinder sahen, wie sich klares Wasser durch ein paar Tropfen Öl, Sonnencreme oder Abfall langsam trübte – und verstanden auf einen Blick, welche Wirkung scheinbar kleine Gesten haben können.
Doch diese fünf Tage haben nicht nur die Schüler, sondern auch uns selbst etwas gelehrt. Ihre Fragen, ihre Ideen, ihre Neugier und ihr Mut, Selbstverständliches zu hinterfragen, haben uns daran erinnert: Ein Workshop ist immer ein Austausch in beide Richtungen. Wir waren gekommen, um unsere Erfahrung zu teilen – und sind mit neuen Denkanstößen wieder gegangen.
Sensibilisierung heißt nämlich nicht, eine bestimmte Art zu reisen vorzuschreiben. Sie gibt jedem die Werkzeuge an die Hand, um bewusste eigene Entscheidungen zu treffen.
Wenn es uns am Ende dieser Workshops gelungen ist, ein kleines Samenkorn im Kopf einiger zukünftiger Reisender zu säen, dann können wir diese Erfahrung bereits als schönen Erfolg betrachten. Denn die Reisenden von morgen sitzen heute in den Klassenzimmern.